
Am 15. Juni 2025 sind alle Angehörigen der Universität (mit Ausnahme der Studierenden) aufgerufen, die Vertreter*innen ihrer Personengruppen in den Senat der Funktionsperiode 1.10.2025 – 30.9.2028 zu wählen.
+++ Anmeldung zur Zulassungsprüfung für IGP, Lehramt Musik und Pre-College noch bis zum 28.03.2025 möglich - alle weiteren Infos auf den Studienseiten! +++
Im Oktober 2025 startet an der Universität Mozarteum das neue Förderprogramm „Musik-Multis: Next Generation“. Dieses in Österreich bislang einzigartige Programm bereitet junge Talente gezielt auf ein musikpädagogisches Studium vor.
Der steigende Bedarf an qualifiziertem Nachwuchs in der Musikpädagogik stellt Universitäten vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig ist der Weg in ein musikpädagogisches Studium für viele Studieninteressierte anspruchsvoll – nicht zuletzt aufgrund der Zulassungsprüfung. Hier setzt „Musik-Multis: Next Generation“ an: Das Programm möchte die Lücke zwischen Schule und Universität schließen und Jugendlichen den Studieneinstieg erleichtern, aufbauend auf dem 2021 ins Leben gerufene Projekt „Musik-Multis“ – einer Kooperation zwischen der Universität Mozarteum und sechs Salzburger Schulen, unterstützt von Stadt und Land Salzburg. Ziel dabei war es, die Zusammenarbeit zwischen Lehrenden und Studierenden des Mozarteums sowie Lehrkräften und Schüler:innen der Oberstufe zu intensivieren. Die „Next Generation“ geht nun einen Schritt weiter: Sie bereitet musikinteressierte Schüler:innen gezielt auf den Start eines musikpädagogischen Studiums vor. „Es gibt viele deutsche Modelle zur Frühförderung musikpädagogisch Interessierter, aber in Österreich fehlt ein solches Programm bisher. Die deutsche MULEM-EX-Studie („Musiklehrkräftemangel – eine explorative Studie“, Anm.) zeigt unter anderem auf, warum weniger Studierende ein musikpädagogisches Studium beginnen. Hürden wie die Zulassungsprüfung, ein als wenig attraktiv empfundenes Berufsbild oder mangelnde Informationen über das Studium spielen dabei eine Rolle. Genau hier wollen wir ansetzen und diese Barrieren abbauen“, erklärt Andreas Bernhofer, Univ.-Prof. für Musikpädagogik an der Universität Mozarteum und Initiator des Programms.
Ein Musikpädagogikstudium erfordert vielfältige Fähigkeiten: Neben den Zulassungsprüfungen, die Grundlagen in vielen Bereichen voraussetzen, sind Kenntnisse im Klavierspiel erforderlich und ein weiteres Instrument sollte bereits gut beherrscht werden. Wer sich kurzfristig für das Studium entscheidet, steht oft vor großen Herausforderungen – selbst mit fundierten Vorkenntnissen. Auch Schulen mit musischem Schwerpunkt können nicht alle notwendigen Vorbereitungen abdecken. Eigeninitiative, Unterstützung aus dem familiären Umfeld und ein früher Einstieg sind daher oft entscheidend. Die Musik-Multis möchten diese Entscheidung erleichtern und mögliche Hemmschwellen abbauen: „Wir wollen die Grundlagen schon im Vorfeld vermitteln, damit jede:r die Chance hat, sich zu bewerben – unabhängig vom familiären Hintergrund oder der bisherigen musikalischen Ausbildung. Es geht darum, die Begeisterung für Musik zu fördern und Jugendliche frühzeitig abzuholen“, betont Elisabeth Wieland, Senior Scientist am Department Musikpädagogik und Mitinitiatorin des Projekts. Sie hebt zudem die Vorteile der frühen Förderung hervor: „Der größte Vorteil liegt darin, bestmöglich vorbereitet in die Zulassungsprüfung zu gehen. Unser Programm vermittelt nicht nur Wissen, sondern weckt die Leidenschaft für Musik und Musikvermittlung und begleitet die Jugendlichen auf ihrem Weg in die musikpädagogische Ausbildung. Es stärkt zudem die Selbstermächtigung, fördert die Eigenverantwortung und ermutigt, musikalisch kreativ zu werden.“ Auch die Verbindung zwischen Schule und Universität profitiert, ergänzt Andreas Bernhofer: „Wir setzen uns intensiv mit Jugendkultur und Musik auseinander – mit Bereichen, in denen Schüler:innen ihre eigene Position finden können. In der Schule kommt dieser Aspekt oft zu kurz, weil Lehrkräfte nicht alles abdecken können. In Programmen wie den Musik-Multis können junge Menschen aktiv werden, eigene Projekte umsetzen und selbst entscheiden: ‚Das kann ich, das will ich!'“
Aufbauend auf den Erfahrungen aus dem Vorgängerprojekt bietet „Musik-Multis: Next Generation“ eine praxisnahe, vertiefte Förderung durch sechs Wochenendmodule (Freitagnachmittag bis Samstagabend) während des Schuljahres. Dabei erarbeiten die Teilnehmer:innen Inhalte, wie beispielsweise aus Musiktheorie, Stimmbildung und Ensembleleitung, und gestalten ein eigenes musikalisches Abschlussprojekt. Ein Schwerpunkt liegt auf modernen musikpädagogischen Bereichen wie Songwriting, Musikproduktion, Projektmanagement, Veranstaltungsorganisation und digitalen Musiktools. Diese Ergänzungen sollen die Jugendlichen auf die vielseitigen Anforderungen eines zeitgemäßen Musikunterrichts vorbereiten. „Die Erwartungen an den Musikunterricht und die benötigten Fähigkeiten von Lehrkräften verändern sich kontinuierlich – beeinflusst durch gesellschaftliche Entwicklungen oder technische Fortschritte. Unser Förderprogramm vermittelt die notwendigen Kompetenzen, um sich musikalisch auszudrücken und Projekte selbstständig zu leiten“, erklärt Elisabeth Wieland. Durch regelmäßige Treffen entsteht eine Gemeinschaft, die Sicherheit und Motivation gibt – sowohl für die Zulassungsprüfung als auch für den weiteren musikalischen Weg.
Organisiert und finanziert wird das Förderprogramm von der Universität Mozarteum in Zusammenarbeit mit verschiedenen Schulen – darunter auch einige der bisherigen Projektpartner:innen im Vorgängerprojekt. Neben den Wochenendmodulen umfasst es eine Intensivwoche, die Spring Academy, die in einem Ferienblock stattfindet. In dieser Woche arbeiten die Jugendlichen intensiv an eigenen Projekten, die sie im Rahmen eines Abschlusskonzerts präsentieren. „Die Spring Academy ist ein zentraler Bestandteil des Programms. Sie bietet den Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten in der Praxis weiterzuentwickeln und eigene musikalische Ideen umzusetzen“, erläutert Andreas Bernhofer und fährt fort: „Wir investieren hier in die Zukunft der Musik. Es geht darum, den Nachwuchs zu fördern und die musikalische Bildungslandschaft zu bereichern. Musik-Multis: Next Generation trägt dazu bei, das musikpädagogische Studium attraktiver und zugänglicher zu machen – und auch die Zulassungsprüfung zu entmystifizieren“ (lacht). Ein niederschwelliger Zugang zum zukünftigen Studium wird auch durch ein Buddy-System geschaffen: Studierende begleiten die Jugendlichen als Tutor:innen und Bindeglieder zur Universität – ein Konzept, das sich bereits im Vorgängerprojekt bewährt hat. „Ich denke, wir haben unser Ziel erreicht, wenn sich über die Musik-Multis jemand traut, sich für das Studium zu bewerben, was ohne das Förderprogramm nicht passiert wäre. Wenn jemand Lust auf das Studium bekommen hat. Oder vielleicht auch im Gegenteil nun sicher ist, dass es nicht passt“, sagt Elisabeth Wieland.
Musik-Multis: Next Generation, das neue einjährige Förderprogramm der Universität Mozarteum zur musikpädagogischen Förderung, startet im Oktober 2025, ab 16. Juni können sich interessierte Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren bewerben, die bereits Unterricht in Gesang oder einem Instrument erhalten und mit den Grundlagen der Musiktheorie vertraut sind.
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(Ersterschienen in den Uni-Nachrichten / Salzburger Nachrichten am 15. März 2025)