Learning by Doing

15.03.2025
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© Dominik Gumpenberger

Wo Kunst und Design auf Pädagogik trifft: Das Department Bildende Künste & Gestaltung der Universität Mozarteum Salzburg bietet Studierenden ein inspirierendes Umfeld, in dem künstlerisch-gestalterische Praxis, Theorie und Vermittlung miteinander verbunden werden. Am 18. und 19. März öffnet das Department beim Open House seine Türen für alle Interessierten.

Eintauchen in die Welt der Kunst und des Designs, experimentieren mit Formen, Materialien und Techniken, eigene Ideen umsetzen und andere für diese Leidenschaft begeistern: Lehrer:innen für Kunst und Gestaltung sowie Technik und Design sind gefragt. Der Beruf verbindet Offenheit mit Neugier, Handwerk mit kritischer Reflexion sowie Haltung mit der Leidenschaft, die Welt gestalten und verbessern zu wollen. „Als Kunstpädagog:in hat man die Möglichkeit, junge Menschen und deren Zugang zu visueller Kultur kennenzulernen und auf dieser Basis mit ihnen immer neue Projekte zu entwickeln. Es ist eine Chance, direkt in die Gesellschaft zu wirken und über Kunst, visuelle Kultur und Unterrichtsformen gesellschaftlich relevante Werte wie Solidarität oder Gerechtigkeit zu vermitteln“, fasst Birke Sturm, Assistenzprofessorin für Fachdidaktik Kunst und Gestaltung, die Berufsaussichten zusammen. Live vor Ort überzeugen kann man sich davon beim Open House. Hier bietet sich Studieninteressierten die Möglichkeit, alles über die Lehramtstudien Bildnerische Erziehung und Gestaltung: Technik.Textil zu erfahren, Studierende und Lehrende kennenzulernen und womöglich gleich einen oder mehrere Gründe zu entdecken, sich für ein Studium zu bewerben.

Und Gründe gibt es in der Salzburger Alpenstraße 75, wo das Department beheimatet ist, genügend: „Die Vielfalt an Möglichkeiten beeindruckt mich immer wieder, vor allem, wenn ich sehe, wie Absolvent:innen rückblickend die Möglichkeiten schätzen, die ihnen während des Studiums zur Verfügung standen. Wir haben eine enorme Bandbreite an Ressourcen – von Ateliers über Werkstätten für alle möglichen Materialien bis hin zu einer eigenen Galerie haben wir alles unter einem Dach. Das ist ein großer Vorteil, den man während des Studiums intensiv nutzen kann“, erklärt Departmentleiter Patrick Schaudy nicht ohne Stolz. Hier werden die Lehramtstudien Bildnerische Erziehung (BE - Schulfach Kunst und Gestaltung) sowie Gestaltung: Technik.Textil (GTT – Schulfach Technik und Design) angeboten – Studien, die sich an künstlerisch und gestalterisch interessierte Menschen richten, die ihre Leidenschaft weitergeben möchten, „für Personen, die gerne denken und ins Tun kommen, die etwas bewirken wollen, die gerne mit anderen Menschen zusammenarbeiten wollen“, so Iris Laner, Professorin für Bildende Kunst und Bildnerische Erziehung. Studierende haben während ihres Studiums Zugang zu umfangreich ausgestatteten Werkstätten, arbeiten in kleinen Gruppen und entwickeln sich individuell und sehr frei. Besonderer Wert wird auf eine familiäre Atmosphäre, interdisziplinären Austausch und vor allem auf die Nutzung des vielfältigen Angebots gelegt.

In Gestaltung: Technik.Textil arbeiten die Studierenden u.a. mit Holz, Metall, Keramik, Papier sowie Kunststoff und setzen auch textile Projekte im Siebdruck, der Weberei und Schneiderei um. Sie wenden ihre in den Werkstätten erworbenen Grundlagenkenntnisse interdisziplinär in Entwurfsprojekten an, wo sie individuell betreut werden. Das eigene gestalterische Tun und dessen Wirksamkeit wird regelmäßig in Kleingruppen reflektiert. Und die Lehrinhalte gehen weit über die Entwicklung von Skills und technischen Fähigkeiten hinaus: „Die Studierenden entwickeln im Rahmen des Studiums Methoden, Strategien und Prozesse, um ihre eigenen Designprojekte umzusetzen. Dabei geht es auch um Themen wie Nachhaltigkeit, Konsumbewusstsein, Ressourcenumgang oder Kreislaufwirtschaft. Die Ausbildung ermöglicht eine ganzheitliche künstlerische und gestalterische Praxis, ergänzt durch theoretische Reflexion“, so Annette Fauvel und Corina Forthuber, beide Professorinnen für Technik & Designpraxis im Studium Gestaltung: Technik.Textil.

In der Bildnerischen Erziehung durchlaufen Studierende im ersten Studienjahr alle Bereiche: Neben einem fundierten Grundlagenstudium in Theorie, Praxis und Didaktik gibt es z.B. die Schwerpunkte Malerei, Grafik, Bildhauerei und Fotografie. Im Plenum, einer regelmäßig stattfindenden Kommunikationsplattform, treffen sich Studierende der Bildnerischen Erziehung aller Semester und können auch jahrgangsübergreifend voneinander lernen. Nach den ersten beiden Semestern werden individuell und je nach Präferenz Schwerpunkte gelegt und die erworbenen Kenntnisse in Projekten interdisziplinär angewendet, es werden Lösungen entworfen und an der Umsetzung von Ideen zur Entwicklung der eigenen künstlerischen Identität gearbeitet. „Im Mittelpunkt der Kunstpraxis steht die Entwicklung einer eigenen künstlerischen Identität. Das Unterrichten in der Schule sollte auf einer weit entwickelten, selbst erfahrenen künstlerischen Haltung basieren und dementsprechend kreativ-authentische Persönlichkeiten in das Schulraster bringen. Nach dem Motto: ‚think out of the box‘“, unterstreicht Bernhard Gwiggner, Professor für Bildhauerei.

Und auch „work out of the box“ ist Programm: Neben dem klassischen Unterricht ermöglichen Kooperationen mit diversen externen Partner:innen die Verbindung von Schule und Gesellschaft. „Unterricht kann man im Klassenzimmer gestalten, aber spannend wird es, wenn man über Kontakte neue Möglichkeiten für Projekte schafft – sei es für Materialbeschaffung oder außergewöhnliche Lernprojekte außerhalb des Schulalltags. Man lernt, dass es sich lohnt, mutig zu sein und einfach nachzufragen“, betont Patrick Schaudy. Es gibt regelmäßig Kooperationen mit dem Museum der Moderne – die nächste findet im Rahmen der Ausstellung des niederländischen Künstlers Rob Voerman im Herbst statt, mit der Galerie im Traklhaus und auch mal mit großen internationalen Partnern wie der Stiftung Bauhaus Dessau. Auch innerhalb der Universität gibt es vielschichtige Kooperationen, wie etwa mit dem Studio für Elektronische Musik oder der Szenografie. Für Studierende sind Kooperationen besonders wertvoll, sie sammeln Erfahrungen in realen Kontexten und kommen mit Menschen in Kontakt, die sie innerhalb der Universität nicht kennengelernt hätten. Ein weiterer wesentlicher Teil im Studium sind die Erfahrungen, die Studierende in Praktika an Schulen sammeln. Und sie werden ermutigt, sich an der Universität mit allen verfügbaren Bereichen, Werkstätten, Gestaltungsmöglichkeiten, Techniken oder Materialien auseinanderzusetzen.

Der Wunsch, Lehrer:in für Design oder Kunst zu werden, ist meist sehr persönlich geprägt und geht meist über den Ausblick auf die hervorragenden Jobperspektiven hinaus: „Die Schulfächer Kunst und Gestaltung sowie Technik und Design sind essenziell, weil sie Hand und Hirn verbinden. Sie fördern Kreativität, kritisches Denken und ästhetische Bildung – Fähigkeiten, die in unserer Gesellschaft immer wichtiger werden“, sagt Schaudy und spricht einen substanziellen Punkt in der Design- und Kunstpädagogik-Ausbildung an: Sie richtet sich an Menschen, die „hands on“ arbeiten, etwas bewirken möchten, die gerne mit Menschen zusammenarbeiten und das, was sie tun, mit Leidenschaft und Engagement machen. Studierende der Design- und Kunstpädagogik bringen Sensibilität für die Bedeutung visueller Kultur in einer pluralen Gesellschaft mit, Sensorik für Diskriminierungen unterschiedlichster Art, hohe Sozialkompetenz und Wissbegierde – Eigenschaften, die in Schulen unabdingbar sind.

Am 18. und 19. März 2025 lädt das Department Bildende Künste & Gestaltung zum Open House in die Alpenstraße 75 – eine Gelegenheit, die Vielfalt der Ausbildung hautnah zu erleben. „Uns geht es darum, vollumfängliche Einblicke in unsere Arbeit zu geben: Studierende und Lehrende präsentieren ihre Projekte, es gibt Workshops, Ausstellungen, Führungen, Party, überall offene Türen und Gespräche. Das Open House ist nicht nur für Studieninteressierte spannend, sondern auch für die Community in Salzburg. Es ist eine Möglichkeit, den eigenen Horizont zu erweitern und zu sehen, was andere Studierende und Kolleg:innen erarbeitet haben“, freut sich auch Patrick Schaudy schon auf das Open House. Eine Einladung an alle! Auch an Künstler:innen, Designer:innen sowie Pädagog:innen und vor allem an jene, die es noch werden wollen.


(Ersterschienen in den Uni-Nachrichten / Salzburger Nachrichten am 15. März 2025)

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