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Cibrán Sierra Vázquez, Univ.Prof.

  • Mirabellplatz 1
  • 5020 Salzburg

Der in Ourense (Galizien) geborene Geiger Cibrán Sierra studierte in seinem Heimatland (Conservatorio Superior de Música in Vigo, Galizien - B.Mus.) und setzte seine Studien bei Deborah Hamburger, Milan Vitek, Per Enoksson und Keiko Wataya am Konservatorium Amsterdam (Master Music), am Oberlin College, USA (Künstlerdiplom) und an der Universität Göteborg, Schweden (Solistendiplom) fort. Seiner Leidenschaft für Kammermusik folgend gründete er 2003 sein Streichquarett Cuarteto Quiroga. Spezialisierte Streichquartettstudien bei Rainer Schmidt (Hagen Quartett), Walter Levin (LaSalle Quartett) und Hatto Beyerle (Alban Berg Quartett) an der Reina Sofia Schule in Madrid, der Musikhochschule Basel und der Europäischen Kammermusikakademie haben seine musikalische Persönlichkeit tiefgreifend beeinflusst.

Seine feste Überzeugung von Kammermusik als Metapher einer aufgeklärten Gesellschaft, die wesentliche demokratische und ethische Werte wie Höflichkeit, Respekt, Zuhören und Vielfalt verkörpert – sowie Grundkenntnisse, die für die Entwicklung eines jeden Musikers unerlässlich sind – motivierte ihn zu einer engagierten Lehrtätigkeit, zunächst an der Universität Göteborg, dann über ein Jahrzehnt lang im Rahmen eines Kammermusiklehrstuhls am Conservatorio Superior de Música de Aragón in Saragossa und ab Oktober 2020 als Kammermusikprofessor an der Universität Mozarteum Salzburg. Er wird auch regelmässig eingeladen, an verschiedenen Universitäten in Schweden, Spanien, den Niederlanden, den USA, Frankreich usw. zu unterrichten.

Sein großes Interesse am Ensemblespiel und sein Verständnis, dass die Aufführungspraxis historische Perspektiven berücksichtigen muss, hat ihn dazu veranlasst, regelmässig als Gastkonzertmeister oder Stimmführer professioneller Orchester und der historischen Aufführungspraxis gewidmeten Ensembles aufzutreten, darunter das Orchestre Revolutionnaire et Romantique, Göteborgs Symphonieorchester-GSO, Finnisches Barockorchester, Helsingborgs Symphonieorchester, Real Filharmonia Galicia, Forma Antiqva, La Tempestad, Academia de las Luces, Oviedo Opera, etc. Er arbeitet auch mit dem Chamber Orchestra of Europe und Dirigenten wie John Eliot Gardiner, Frans Brüggen, Vladimir Ashkenazy, Gustavo Dudamel, Lawrence Foster, Andrew Manze, Hannu Lintu, Aarón Zapico, James Ross, Sir Colin Davis oder Jordi Savall u.a. zusammen.

Als Geiger wurde er mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter der Guido-Vecchi-Preis (Göteborg, 2003), der 1. Preis beim Voldrich-Wettbewerb (Schweden) und der Bärenreiter-Preis (Jenuesses Musicales-Wettbewerb, Spanien 2000). Er tritt als Solist mit mehreren Symponieorchestern auf (Göteborg SO, Real Filharmonía Galicia, Spanisches Radio SO, Bilbao SO, Castilla&León SO, usw.) und ist ein begeisterter Rezitalist. Das größte Vergnügen seiner Konzerttätigkeit bereitet ihm das Spiel mit seinem Streichquartett und die Zusammenarbeit mit Partnern wie Martha Argerich, Veronika Hagen, Jörg Widmann, Valentin Erben, Javier Perianes, Eric Hoeprich, Jonathan Brown, Antje Weithaas, David Kadouch und Mitgliedern des Alban Berg, Hagen, Meta4, Casals, Jerusalem und Doric Streichquartetts.

Das Cuarteto Quiroga, das das Erbe des großen galicischen Geigers Manuel Quiroga trägt, wurde bei den wichtigsten internationalen Wettbewerben für Streichquartett mit Hauptpreisen ausgezeichnet (Bordeaux, Genf, Paolo Borciani, Peking, Paris) sowie mit dem spanischen nationalen Musikpreis 2018, dem spanischen Radiokulturpreis und der Goldmedaille des Palau in Barcelona. Cibrán genießt weltweite Tourneen mit seinem Streichquartett und tritt an den wichtigsten Veranstaltungsorten und Festivals der internationalen Szene auf (Wigmore Hall London, Philharmonie & Konzerthaus Berlin, Frick Collection & Lincoln Center New York, Concertgebouw Amsterdam, Doelen Rotterdam, Auditorio Nacional de Madrid, Beijing National Concert Hall, Pierre Boulez Saal, Laieszehalle Hamburg, etc.). Sie haben sieben CDs bei Cobra und Harmonia Mundi veröffentlicht, die den einstimmigen Beifall von Kritikern und Publikum erhalten haben. Das Ensemble gilt als eines der dynamischsten, kühnsten und wichtigsten Quartette der neuesten Generation in Europa, das von der New York Times als „exquisit, präzise, perfekt ausgewogen“ und von The Strad als „ausgezeichnet, mit einer makellosen Technik“ beschrieben wird.

Cibrán Sierra-Vázquez nimmt häufig an Outreach-Programmen teil und war Gründer und künstlerischer Leiter der Kammermusiksaison „Sen Batuta“, die zwischen 2007 und 2013 in seiner galizischen Heimatstadt Ourense stattfand. Als aktiver Forscher hat er mehrere Artikel und Essays über Kammermusik, Programmgestaltung und Musikerziehung in verschiedenen Musikzeitschriften und Zeitungen (u. a. The Strad, El Pais, Cultural, Scherzo, RMC) veröffentlicht und ist Autor des Buches „El Cuarteto de Cuerda: Laboratorio para una sociedad ilustrada“ (Das Streichquartett: Laboratorium einer aufgeklärter Gesellschaft), das 2014 von Alianza Editorial, einem der führenden Verlagshäuser in der spanischsprachigen Welt, herausgegeben wurde. Dank der großzügigen Leihgabe der Erben von Paola Modiano, spielt er die Violine von Nicola Amati „Arnold Rosé“ (Cremona, 1682).