Instrumentenkunde in Zeiten von Corona

Von Eva Salmutter


Aufgrund der außergewöhnlichen Umstände habe ich das Skriptum zur Lehrveranstaltung (vorhanden in der Bibliothek) als PDF über den Groupwise-Mailserver an alle auf Moz-Online angemeldeten Studierenden versendet. Ich habe eine Seite mit Links im Internet erstellt und versendet, auf denen es zum Beispiel gute bewegliche Modelle zur Akustik der Musikinstrumente gibt. Ich habe die Studierenden auch darauf hingewiesen, dass das Skriptum nur für den persönlichen Gebrauch zu Studienzwecken dienen darf. Aus urheberrechtlichen Gründen darf es nicht im Internet veröffentlicht werden.

Außerdem habe ich eine Powerpoint-Präsentation mit einer Zusammenfassung zum Thema „Funktionsweise von schwingenden Saiten, Luftsäulen und Membranen“ über Aconet versendet. Normalerweise können sich die Studierenden diese PPP in der Pause der LV auf einen USB-Stick ziehen.

Weiters habe ich eine Massenmail an alle Studierenden versenden lassen (durch unsere unermüdlichen Sekretärinnen Andrea Staudacher und Teresa Schautzer), dass sich diejenigen bei mir melden mögen, die im SS 2020 die Prüfung zur LV Instrumentenkunde ablegen wollen (oder müssen), aber im SS 2020 nicht angemeldet sind, weil sie sich bereits in einem früheren Studienjahr angemeldet haben. Zwei Studierende haben sich bis jetzt gemeldet, die ich in meine Verteilerliste aufgenommen habe.

Auf dem FILR-Server habe ich (mit der großartigen Fernhilfe von Bernhard Schwarz) einen Ordner Instrumentenkunde hochgeladen und freigegeben. Dieser wird laufend aufgefüllt. Darin befinden sich bis jetzt (06.04.2020) 7 Videos mit Demonstrationen verschiedener Instrumente. Das wird normalerweise „live“ in der LV vorgeführt. Die Studierende Miriam Hennig zeigt die Funktionsweise des Horns (exemplarisch für alle Blechblasinstrumente), sie hat da schon Erfahrung. Eine Privatschülerin von mir hat auf meine Bitte und nach meiner Anleitung ein Video aufgenommen, in dem sie die Funktionsweise der Blockflöte zeigt (exemplarisch für alle Holzblasinstrumente) und verschiedene Flöteninstrumente vorstellt.
Ich selbst habe mit Hilfe meines Mannes als „Aufnahmeleiter“ ein Video zur schwingenden Saite an Hand der Gitarre erstellt und hochgeladen. Weitere Videos sind in der Planungsphase.

In den Osterferien werde ich mich mit der Komprimierung von PPP-Dateien beschäftigen. Weiters möchte ich eine PPP mit einem gesprochenen Text unterlegen, um dem Ablauf einer „echten“ LV näher zu kommen. Eine Demo, wie das geht, haben wir bereits von Bernhard Schwarz erhalten.

Auch plane ich nach Ostern eine Lehrveranstaltung per Webex. Dadurch soll den Studierenden die Möglichkeit gegeben werden, Fragen zu stellen. Auch sollen die Studierenden – wie gewohnt – sich auch selbst aktiv einbringen, ihre Instrumente mitbringen und deren Funktionsweise demonstrieren.

Positiv am E-Learning:
Besser als gar nichts. Außerdem ist der Zugriff auf die versendeten bzw. am FILR bereitgestellten Daten zeitunabhängig.

Negativ:
Sehr viel Aufwand. Allein das Erstellen der Anweisungen, was auf den Videos drauf sein soll, hat viele Stunden Arbeit bedeutet. Live war die Demonstration von Instrumenten sehr viel einfacher.

Manche Instrumente können derzeit gar nicht vorgestellt werden, z. B. Membranophone. Wer hat schon eine Pauke zu Hause? Auch an das Cembalo im VO-Saal kommt man derzeit nicht heran. Bisher machten wir im Rahmen der LV immer eine Vorführung der Orgel (Exkursion in den Orgelsaal der Musikschule, den uns DDr. Rosenberger immer gern zur Verfügung gestellt hat). Auch die Exkursion zur Musikinstrumente-Sammlung des Landesmuseums Ferdinandeum ist derzeit nicht möglich, ebensowenig ein Besuch im „Audioversum“ in Innsbruck, da alle Museen geschlossen sind.