03.10.2022

Spot On MozART Expo: Große Werkschau an der Universität Mozarteum

Am 13. und 14. Oktober 2022 findet an der Universität Mozarteum die bisher größte Ausstellung zum interdisziplinären und interinstitutionellen Projekt Spot On MozART statt – eine spannende Reise durch 17 Projekte mit Filmpremieren, interaktiven Räumen und einem klavierspielenden Industrieroboter.

Kann die Verbindung von klassischer Musik und digitalen Medien zu einer neuen Wahrnehmung der Musik W. A. Mozarts führen? Was siehst du, wenn du hörst? An der Schnittstelle zwischen Kunst, Wissenschaft und Technologie entwickeln Studierende und Lehrende verschiedener Universitäten sowie Persönlichkeiten aus Kunst, Medien und Kultur im Rahmen von Spot On MozART Visualisierungen zu ausgewählten Mozartwerken. „Bei Spot On MozART geht es um die Frage, wie sich die Wahrnehmung der Musik verändert, wenn wir, während wir die Musik hören, Bilder sehen, die wir normalerweise mit dieser Musik nicht assoziieren“, wie Franziska Wallner, Projektmanagerin für Spot On MozART, erläutert. „Wir haben durch unsere Erfahrungen bestimmte Ideen zu Musik, wir sind quasi geprägt durch die Dinge, die wir gelernt haben.“

Inter- und Transdisziplinarität wird in diesem Projekt großgeschrieben, es interessiert das Zusammenspiel der Künste und Gestaltungsansätze, die Wirkung im Moment und am Ort der Begegnung mit einem Publikum – sei es auf einer Bühne, sei es im digitalen Raum. Über eine Projektdauer von drei Jahren, von Oktober 2020 bis Oktober 2023, bietet die Universität Mozarteum mit der Universität für angewandte Kunst und der Technischen Universität Wien, den Research Studios Austria sowie anderen Universitäten ein weitreichendes Kooperationsnetzwerk mit einer Vielfalt an Know-how. Künstlerische Expertise, wissenschaftlich fundiertes Erforschen von Werk und Kontext, das Wissen um Tradition und Qualität von Interpretation, technisches Know-how, aber auch Erfahrung in Produktion, Präsentation und Partizipation – all dies bildet das Fundament, auf dem sich Spot On MozART auf eine Expedition in eine visuelle Erforschung des Hörens und damit in ein (neues) Verstehen der Musik von W. A. Mozart im 21. Jahrhundert begibt.

Als einzige Kunstuniversität Österreichs, die Musik, darstellende Kunst und bildende Kunst unter einem Dach verbindet, unternimmt das Mozarteum mit diesem Projekt explizit eine Denk- und Gestaltungsreise. Neben Instrumentalistinnen und Instrumentalisten aller Fächer sind bildende Künstlerinnen und Künstler, Personen aus den Bereichen Bühnen- und Kostümgestaltung, Film und Ausstellungsarchitektur, Musikwissenschaft und Musikpädagogik mit eigenen Projekten involviert. Bisher konnten 12 Projekte mit rund 400 beteiligten Personen umgesetzt werden und die nächsten sind bereits in Arbeit oder in Planung.

Der Zugang zur Projekteinreichung ist für alle Personen unabhängig von Alter, Geschlecht, Nationalität oder Tätigkeits- und Bildungsbereich offen. Wesentlich für alle „Werk“-Projekte sind die immanenten fünf Handlungsfelder: Musik, Forschung, Visualisierung, Spot On und Innovation. Mozarts Musik soll mit diesem Projekt nicht zuletzt einer jungen Generation zugänglich gemacht werden, die anderenfalls keine Begegnung mit Mozart erfahren würde. Wir leben in einer stark visualisierten Welt, was bedeutet, dass sich das Ohr auch über Bilder schulen lässt. „Spot On MozART eröffnet einen Freiraum, in dem man spielen, gestalten, forschen, nachfragen, ausprobieren und experimentieren kann – die Universitas des Kreativen, das wir trotz strenger Curricula nie aufgeben dürfen“, wie Elisabeth Gutjahr, Rektorin der Universität Mozarteum, betont.

Ein Auszug aus den Projekten

„mozart contained!“ (Anna-Sophie Ofner) ist ein interaktives Musikerlebnis in einer Containersimulation, die in Kooperation mit der FH Salzburg und den Research Studios Austria entstanden ist. Betritt man sie durch eine Lichtschranke, werden vier Lichtskulpturen erhellt, die die vier Stimmen des Mozart‘schen Dissonanzen-Quartetts (KV 465) repräsentieren und durch Bewegung von den Besucherinnen und Besuchern in ihrer Lichtintensität und Lautstärke einzeln beeinflusst werden können. Mit Unterstützung eines Psychologen und eines Vertreters des Royal College of Music wird dabei untersucht, wie sich diese Interaktionsmöglichkeit auf das individuelle Hörerlebnis auswirkt.

„Mozart-realtime Quintett“ Hier wird erstmals der Fulldome VR/AR Lab der Universität für angewandte Kunst Wien an die Universität Mozarteum geholt. Mit dem Ziel, den Besucherinnen und Besuchern einen aktiven spielerischen und gleichzeitig auch gestalterischen Zugang zu Mozarts Werk zu geben, wurde Mozarts Klarinettenquintett (KV 581) als interaktives Fulldome Environment von der Abteilung für Digitale Kunst, Universität für angewandte Kunst Wien, realisiert. Mithilfe eines Touch Interface können die Besucherinnen und Besucher in die audiovisuelle Komposition eingreifen und diese verändern.

„VR MozART“ Eine andere Form des interaktiven Erlebens bietet der 360-Grad-Film des Filmemachers Michael Gebendorfer. Mittels VR-Brillen werden Besucherinnen und Besucher in den Hangar-7 versetzt und können dort die Arie „Geme la tortorella“ (KV 196), gesungen von der Schweizer Opernsängerin Regula Mühlemann und begleitet von einem kleinen Studierendenorchester der Universität Mozarteum unter der Leitung von Gernot Sahler, hören und sehen.

„Mozart in Moll meets Archive“ präsentiert die Ergebnisse eines neuen Workshopformats der Mozarteum-Professorin für Filmkunst Dr.in Claudia Lehmann. In diesem Projekt wurden Klänge in Moll von W. A. Mozart und die faszinierenden Bildwelten des Film- und Bildarchivs des Red Bull Media House untersucht und erforscht. Extreme Gegensätze und überraschende Gemeinsamkeiten, Bilder und Töne wurden in transformatorischen Prozessen aufeinander abgebildet.

„Installation Spiel!“ (Marcel Kieslich) Hier lässt die Kommunikation zwischen verschiedenen Technologien immer wieder neue Mozart-Kompositionen entstehen, die von einem Industrieroboter am Flügel „interpretiert“ werden. Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit, mit dem Roboter gemeinsam an derselben Klaviatur die jeweilige Komposition improvisierend zu ergänzen. Zwischen Intimität und Vulnerabilität stellt Spiel! unsere Beziehungen zur Technik in Frage.

„Idyll“, ein Film von Fanny Rösch, Studentin der Hochschule für Film und Fernsehen München, durfte sich mit ihrem Projektteam vor Kurzem über den Jurypreis bei dem Filmfestival Della Lessinia freuen.

Dieser sowie zwei weitere Spot On MozART-Filme werden im Herbst dieses Jahres im Rahmen der Ausstellung „Design without Borders“ in Budapest gezeigt. Das Projekt Spot On MozART wurde dabei eingeladen, mit seinem Beitrag Österreich zu repräsentieren.

 

Termine:

Do., 13. Oktober 2022, 11 bis 16 Uhr

Fr., 14. Oktober 2022, 10 bis 18 Uhr

Universität Mozarteum, Mirabellplatz 1, 5020 Salzburg

Eintritt frei!

 

Führungen durch die Ausstellungen finden am 13. Oktober um 11 Uhr, 13 Uhr und 15 Uhr und am 14. Oktober um 11 Uhr, 13 Uhr, 15 Uhr und 17 Uhr statt, Treffpunkt ist jeweils das Foyer im Solitär, Mirabellplatz 1.

Infos: https://www.spotonmozart.at/

Pressebilder



©Christian Schneider


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