20 Jahre Spielforschung am Mozarteum

Rede gehalten am 9.Oktober 2003 im Casino Schloss Kleßheim anläßlich des 75.Geburtstages von Prof.Günther Bauer.

 

Rainer Buland

 

Die Anwesenden sind schon begrüßt worden, ich darf meine Anrede kurz halten:

Sehr verehrter Prof.Bauer, der Sie Ihren 75.Geburtstag feiern.

Sehr geehrte Spielforschung; zu Deinem runden 20.Geburtstag darf ich einige Worte sprechen. (Seit nunmehr 13 Jahren bin ich mit der Spielforschung per „du“.)

Sehr verehrte Festgäste.

 

Ohne Umschweife komme ich zum Thema: Die Geburtsstunde schlug vor 20 Jahren, in Form der Inaugurationsrede von Prof.Günther Bauer als Rektor der Hochschule Mozarteum, gehalten am 3.November 1983.

In dieser Rede sagte Prof.Bauer:

„Aus all den Gründen müßte eine Hochschule (...) neben den beiden bewährten Ausbildungsstätten für Musikerzieher und Kunsterzieher auch eine Abteilung für Spielpädagogen haben.“ (Bauer, S.18)

Eine Idee war in die Welt gesetzt, eine Abteilung für Spielpädagogen.

So eine Geburt ist mit vielen Vorstellungen und Wünschen verbunden. Was soll sie einmal werden? Und weil Prof.Bauer naturgemäß nicht wollte, dass sie ein leichtes Mädchen wird, hat er gleich in ihrer Geburtsstunde die ganz großen Geschütze aufgefahren: Die Rede beginnt mit der Weltlage, die damals so trübe war wie heute: die Bedrohung durch Atomwaffen, Wettrüsten, Vergiftung der Umwelt, „Abbau des Menschlichen“ (Konrad Lorenz), usw., mit dem Facit:

„Der homo faber ist offenbar am Ende seines Lateins (...)“ (Bauer, S.9)

An diesem Punkt kommt der homo ludens ins Spiel, - eigentlich eine femina ludens, wie sich heraustellen wird, - der oder die einen Ausweg aus dieser Sackgasse bietet, schließlich ist er oder sie:

„... ein freier Mensch ... ein schöpferischer, kreativer, unruhiger Geist ... ein zutiefst anti-materialistischer Mensch ... ein nicht konsum-orientierter Mensch ... völlig ungeeignet für Krieg, Terror und Gewalt ... ein friedfertiger Mensch.“ (Bauer, S.12f)

Um nur einige Aussagen aus dieser Rede zu zitieren.

Um die Bedeutung des homo und der femina ludens respektive ludentes (wobei ich noch nicht gesagt habe, dass sie miteinander spielen!) ins rechte Licht zu rücken, werden die Heroen des Bildungsbürgertums zitiert: Shakespeare, Platon, Schiller, Goethe, Huizinga, und andere.

Somit ist schon in der Geburtsstunde klar: das wird kein Kinderspiel, keine Kinderei, die Spielpädagogik ist im Kanon einer Hochschule der Künste wichtig.

Was in der Geburtsstunde da war, hat sich später voll bewahrheitet.

 

Die Kindheit:

Alle späteren großen Geister, Helden oder Königinnen machen in den ersten Jahren dasselbe: viel Dreck. Sie wollen umsorgt sein, lassen einem nicht schlafen, scheißen die Windeln voll, sie machen jede Menge Arbeit, ohne dass viel dabei herauskommt.

Ich darf das sagen, ich liebe Kinder.

So waren auch die ersten Jahre der Spielforschung: Anträge ans Ministerium schreiben, Erlässe studieren, Sponsorgelder beschaffen, Überzeugungsarbeit leisten, - die ganze Drecksarbeit eben, ohne dass etwas Konkretes zu sehen wäre.

 

Und dann, langsam herangereift und doch ganz plötzlich, steht sie da: ein selbständiges Mädchen, das in die Welt hinaustritt, mit 7 Jahren, der erste Tag in der Schule.

Die Spielforschung nimmt am 1.Oktober 1990 ihre Arbeit auf.

Und wir sehen auch gleich, es hat eine leichte Verschiebung des Schwerpunktes stattgefunden. Aus der Abteilung für Spielpädagogik wurde ein Institut für Spielforschung und Spielpädagogik.

An diesem 1.Oktober vor 13 Jahren habe ich einen Stoß Papier, ein paar Bleistifte, Lineal und Radiergummi von der Wirtschaftsabteilung in den Raum der Spielforschung getragen. In diesem Raum standen zwei Schreibtische und zwei Sessel, außerdem ein leerer Kasten. Ich setzte mich mit meinen Utensilien an den einen Tisch, und kam mir vor wie an meinem ersten Schultag. Ich wußte, es beginnt etwas, aber ich hatte noch keine genaue Vorstellung was hier beginnen sollte. Ich wußte lediglich, es würde viele Jahre beharrliche Arbeit brauchen.

Und ich habe begonnen mit einer Liste vorrangiger Anschaffungen: EDV- Ausstattung, erste Bücher für die Bibliothek usw.

Ich habe nicht lange nachgedacht, welches das erste Buch der Institutsbibliothek sein sollte: Hermann Hesses „Glasperlenspiel“.

Ich werde den Moment nie vergessen, als ich mit diesem Buch in die Institutsbibliothek ging. Eine ganze Wand von Bücherregalen stand leer und unberührt, geradezu unschuldig vor mir, und ich stellte das erste Buch ins erste Regal. Es war ein bißchen wie eine Entjungferung.

Heute steht alles voll mit hunderten von Büchern, die Bibliothek birst aus allen Nähten.

Das kommt daher, dass sich die Schülerin, die junge Spielforschung zu einer regelrechten Musterschülerin mauserte.

Schon 1991 konnte der erste Band der Buchreihe „Homo ludens – der spielende Mensch“ herausgegeben werden. In konstanter Regelmäßigkeit wurden bis zum Jahre 2000 jährlich ein Band herausgebracht, sodass heute eine geradezu monumentale Buchreihe vorliegt, die verschiedene Aspekte der Kulturgeschichte des Spiels beleuchtet.

Das Jahr darauf konnte auch das erste internationale Symposion für Spielforschung veranstaltet werden. Es sollten weitere vier Symposien folgen.

Die Spielforschung organisierte einen Weltkongress, an dem damals zahlreiche amerikanische Forscher und – was uns besonders freute - auch einige russische Kollegen teilnahmen.

Eine Sammlung von historischen Spielbüchern und Graphik wurde aufgebaut und in verschiedenen Ausstellungen gezeigt.

An dieser Stelle darf nicht unerwähnt bleiben, dass die Spielforschung sozusagen verständnisvolle Onkel hatte, die ihr finanziell unter die Arme griffen. Es steht in allen Publikationen erwähnt, wer diese Paten-Onkel sind: die Casinos Austria AG, vor allem in Person von Gen.Dir.Dr.Leo Wallner, hier und heute vertreten durch Direktor Beck, die Österreichischen Lotterien, aber auch Privatpersonen wie Dr.Herbert Batliner aus Liechtenstein.

Die Schmuckstücke der Sammlung wurden in vielen Ausstellungen gezeigt. Für Ausstellungen griffen immer wieder einzelne Casinos der Spielforschung unter die Arme. Von den vielen seien lediglich diejenigen hier im Casino Salzburg erwähnt. Der ehemalige Direktor Schlögelhofer hat diese Veranstaltungen sehr weitsichtig unterstützt, und wie ich gehört habe, wird der derzeitige Direktor, Herr Haidner, seine Unterstützung nicht versagen. Ein Dank muss auch an die Frau gehen, die immer wieder die organisatorischen Rahmenbedingungen in absolut professioneller Weise herstellt, Frau Karin Pilz.

Die Serie der Ausstellungen, die jeweils von einem Katalog begleitet wurden, fand ihren Höhepunkt im Historischen Museum der Stadt Wien, wo „250 Jahre Österreichische Lotterien“ gebührend mit einer großen Ausstellung, samt umfangreichem Katalog, gefeiert wurden.

Damit habe ich lediglich einige Höhepunkte aufgezählt, viel Arbeit bleibt unerwähnt: hunderte von Büchern inventarisieren, Diplomarbeiten betreuen, Anfragen beantworten, Kontakte knüpfen und pflegen, die Zeitschrift „Spielforschung aktuell“ herausgeben, zu Symposien fahren, publizieren usw.

Wie konnte die junge Spielforschung zwischen ihrem 7. und ihrem 17.Geburtstag so viel leisten? Nun, sie wurde größer und leistungsfähiger.

Ab 1.Oktober 1991 bekam ich die ausgeschriebene Stelle als Vertragsassistent, Prof.Bauer stand nach seiner Zeit als Rektor der Hochschule Mozarteum dem Institut voll zur Verfügung. Eine wissenschaftliche Hilfskraft wurde angestellt, und so ging es Jahr für Jahr voran, bis im Jahre 1998 sechs Personen am Institut für Spielforschung und Spielpädagogik tätig waren, und fallweise für einzelne Projekte auch noch weitere dazu geholt wurden.

 

Aber die rein quantitative Aufzählung der Erfolge ist mir zu wenig.

Es ist nämlich nicht einfach nur viel geschaffen worden, sondern auch von einer so hohen Qualität, dass die Spielfoschung in wissenschaftlichen Kreisen Anerkennung gefunden hat. Und das war es ja, was Prof.Bauer seit seiner Inaugurationsrede wollte: Der Spielforschung und der Spielpädagogik auf akademischem Boden jenen Platz zu erkämpfen, der ihr gebührt. Das hätte nie gelingen können, wenn wir einfach mit dem Geld der Sponsoren viele Projekte gemacht hätten. Eben dieses Gleichgewicht hat Prof.Bauer in einmaliger Weise verstanden herzustellen: Das Gleichgewicht zwischen Grundlagenforschung, der pädagogischen Weiterentwicklung des Spiels, und – ich möchte es einmal nennen – der angewandten Forschung.

Mit angewandter Forschung meine ich die konkreten Forschungsaufträge, die wir uns entweder selbst gestellt haben, oder zu denen wir eingeladen wurden: z.B. das Thema „Süchte und Spiel“ im Jahr 1995, oder das schon erwähnte Jubiläumsjahr der Österreichischen Lotterien.

Aber das konnten wir nur deshalb mit einer derartigen Überzeugungskraft machen, weil wir uns in der Grundlagenforschung die nötige Reputation erarbeitet haben, und auch über das nötige Grundwissen verfügten. Ich selbst habe einige grundlegende Artikel publiziert: Über die systematische Einteilung der Spiele, und über die Wissenschaftstheorie der Spielforschung. Die entscheidende Frage heute lautet: Wie wird Wissen wirksam?

Mein Kollege Manfred Zollinger hat die Bibliographie historischer Spielbücher erarbeitet, - ohne Übertreibung ein Standardwerk dieses Jahrhunderts.

Diese Grundlagenforschung und die angewandte Forschung wären für eine Kunstuniversität immer noch zu wenig. Die Chance einer Kunstuniversität ist, wie es so schön beamten-deutsch heißt: die Künste zu erschließen. Das heißt auf die Spielpädagogik übertragen: nicht nur empirisch den Ist-Zustand wissenschaftlich zu betrachten, oder die Geschichte historisch zu beschreiben, sondern das Spiel selbst, vor allem in seinem kreativ-schöpferischen Kern weiter zu entwickeln. Das war in den Jahren ab 1997 etwa die Hälfte meiner Arbeit. Und ich kann mit einigem Stolz sagen, dass ich mit Christoph Riemer und einigen anderen eine völlig neuartige kreativ-schöpferische Spielbewegung entwickelt habe, für die ich den Namen „Playing Arts“ erfunden habe. Diese Spielbewegung Playing Arts beginnt sich gerade breit durchzusetzen. Das erste Buch dazu ist erschienen, und im Curriculum der neuen pädagogischen Hochschulen, wie wir sie spätestens ab 2006 in Österreich haben werden, ist Playing Arts bereits verankert.

Ich meine, man kann nicht an einer Universität tätig sein, ohne auch pädagogisch wirksam zu sein. Wozu bräuchten wir sonst eine Universität.

Und ich sage, die Spielforschung war eine Musterschülerin, weil sie in diesen drei Bereichen, Grundlagenforschung, angewandte Forschung und Pädagogik Mustergültiges geleistet hat.

Ich streiche dies deshalb heraus, weil man sehr leicht die angewandte Forschung wahrnimmt, also die Ausstellungen und die Symposien, die restlichen zwei Drittel der Arbeit aber leicht übersieht.

 

Und dann kam die Pubertätskrise, spät aber doch mit 17.

Pubertätskrise heißt, die Eltern-Autorität, die Vater-Autorität tritt ab, und die eigene Ich-Autorität ist noch nicht gefestigt genug, um diese Leerstelle zu besetzen. So kommt es zu einem suchenden Schlingern, und der Gefahr sich in falschen Lösungen zu verfangen. Damit geht ein Wechsel der Rahmenbedingungen einher, vom Elternhaus in die Clique, oder an eine Arbeitsstelle, oder eine eigene Wohnung usw.

Ich finde es spannend, aus einem bestimmten Abstand schon am Beginn, am allerersten Tag, in nuce erkennen zu können, wofür man später zwei Jahre Therapie braucht um es zu bewältigen.

Die Musterschülerin stürzte am 1.Oktober 2000 in die Pubertätskrise. Wie treffend doch dieser Vergleich ist.

Zunächst: die Rahmenbedingungen haben sich durch ein neues Universitäts Organisations Gesetz, kurz UOG, vollkommen verändert. Die Musterschülerin Spielforschung mußte ihr bisheriges gesetzliches Zuhause verlassen, und sich in einer neuen Umgebung zurecht finden, die noch dazu kleinen Instituten regelrecht feindlich gegenüber stand.

Die bisherige Vater-Autorität trat ab. Am 1.Oktober 2000 legte Prof.Bauer die Leitung des Instituts nieder. Er tat dies ohnehin Jahre nach seiner Emeritierung, aber mit dem neuen Gesetz war er zu diesem Schritt gezwungen.

Und die gewachsene Ich-Autorität ist nicht selbstsicher genug, ganz selbverständlich die Nachfolge anzutreten. Es kommt zu einer Situation, bei der man sich im Nachhinein kopfschüttelnd fragt: Wie konnte es dazu kommen? So ist das bei Pubertätskrisen, man kennt sein eigenes Kind nicht mehr.

Mit 1.Oktober wurde eine Professorin für Tanzpädagogik zur Leiterin gewählt, die bisher noch nichts mit der Spielforschung zu tun gehabt hatte.

Am 1.Oktober passierte aber noch etwas: Ich wurde mit 1.Oktober 2000 zum Assistenz-Professor ernannt, und damit war die aus dem Institut selbst stammende Autorität gerade ein paar Wochen zu spät sozusagen erwachsen geworden.

Damit ist eigentlich die ganze Pubertäts-Krise erzählt.

Die Spielforschung hatte als Institut nach dem neuen Gesetz eine falsche Organisationsstruktur, und die Mitarbeiter hatten innerhalb dieser Struktur die falschen Positionen.

Zudem war die neue Leiterin fachfremd, und stand vor der unlösbaren Aufgabe, das, was bisher Prof.Bauer in 40, 50 und mehr Wochenstunden geleistet hat, neben ihrem tanzpädagogischen Unterricht in ein paar Wochenstunden leisten zu sollen.

Das konnte nicht gutgehen, und ging auch nicht.

 

Im Sommer 2002 hat das Universitätskollegium das Institut für Spielforschung und Spielpädagogik aufgelöst. Damit war der Weg frei, der Spielforschung wieder eine Organisationsstruktur zu geben, die ihr angemessen ist. Es ist dem Herrn Rektor Dr.Roland Haas zu verdanken, dies selbst in die Hand genommen zu haben. Er hat die Spielforschung als Forschungsprojekt eingerichtet, das ihm direkt unterstellt ist. Und er hat bis auf weiteres den alten, neuen Leiter Prof.Bauer eingesetzt.

Wenn es natürlich lediglich eine Übergangslösung sein kann, die Vater- oder eigentlich Großvater-Autorität wieder einzusetzen, so hat dies doch eine Konsolidierung gebracht, die die Spielforschung sozusagen aus der Pubertätskrise herausführte.

Die Zeit heilt auch die tiefsten Wunden.

 

Die ehemalige Musterschülerin ist jetzt gleichsam Studentin.

Sie hat sich im letzten Jahr eine neue Position erarbeitet, die auch bald breit sichtbar werden wird. Ich möchte aus den vielen Projekten, die eben anlaufen, einige herausgreifen:

Eine neue Buchreihe „Kulturgeschichte des Spiels in Bildern und Dokumenten“ ist im entstehen, herausgegeben von Prof.Bauer und mir.

Eine von mir herausgegebene online-Zeitschrift, die „Zeitschrift für Spielkultur“ ist im Entstehen.

Forschungen zum Thema „Verantwortliches Spiel“ beginnen Konturen zu gewinnen. Ausstellungen, vor allem im Zusammenhang mit dem Mozart-Jahr 2006, sind in Vorbereitung, - und das mit einem verkleinerten Mitarbeiter-Stab!

 

An einem 20.Geburtstag möchte man auch gerne einen Blick in die Zukunft werfen. Wenn ich natürlich nicht sagen kann, was sein wird, so kann ich doch sagen, was sein sollte, in welche Richtung es gehen sollte.

Ganz naturgemäß spannend bei einer 20-Jährigen ist die Frage, welchen Freund sie sich anlachen wird, welche Beziehung sie eingehen wird.

Ich wünsche der Spielforschung zum 20.Geburtstag eine Partnerschaft, innerhalb einer größeren Abteilung, in der sie sich entfalten kann, in der sie glücklich ist.

Dann wird es Zeit, aus der Spielforschung ein anerkanntes Fach zu machen. Ich bin dabei, mich an der Gutenberg-Universität Mainz bei Prof.Detlef Garz mit dem Thema „Spiel und seine pädagogischen Möglichkeiten“ zu habilitieren. Diese Habilitation wird eine Grundlegung des Faches Spielkultur sein. Unter dem Begriff Spielkultur fasse ich die Grundlagenforschung und die Pädagogik zusammen.

Und nicht zuletzt wird es darum gehen, die so erfolgreiche Balance zwischen Grundlagenforschung, angewandter Forschung und Pädagogik wieder zu finden. Dieser Punkt wird sehr wesentlich von der Unterstützung abhängen, die die Studentin Spielforschung bekommt. Wie es bei einer Studentin ist, sie soll nebenbei arbeiten, also angewandte Forschung betreiben, um Erfahrungen zu machen, um am Puls der Zeit zu bleiben. Je mehr sie aber nebenbei arbeiten muss, desto mehr verzögert sich ihr Studium, die Grundlagenforschung. Es hängt also viel von der Unterstützung der Onkel, und vielleicht auch Tanten, ab.

Es muss nicht sein, die Studentin zu unterstützen wie damals die Musterschülerin. Es muss nicht sein, dass die Spielforschung wieder sechs Mitarbeiter beschäftigt.

Es geht darum, ihr über einen längeren Zeitraum ein kontinuierliches Arbeiten zu gewährleisten. Forschung und Wissenschaft brauchen eine langfristige Perspektive. Mit kurzfristigem Denken kann hier nichts gewonnen werden.

Mit einer geringeren, dafür aber langfristig gesicherten Unterstützung, wird die Spielforschung zwar nicht alles gleichzeitig machen können, und sich aus Notwendigkeit zeitweise mehr auf die Grundlagenforschung, und dann wieder auf die angewandte Forschung konzentrieren, aber über Jahre gesehen, kann die ehemalige erfolgreiche Balance wieder gefunden werden.

Voraussetzung dafür ist naturgemäß eine gute und arbeitsfähige Organisationsstruktur. Aber dies sollte in Zukunft doch gewährleistet sein.

 

So bin ich, wie Sie, neugierig, wann wir uns zum nächsten Fest sehen werden. Wird es eine Hochzeit sein, oder der 30.Geburtstag?

Wie dem auch sei, alle Verantwortlichen und Helfenden werden eine gehörige Portion Weisheit brauchen, um langfristig tragfähige Entscheidungen zu fällen. Vieles wird von der Weisheit unseres anderen Jubilars abhängen, Prof.Günther Bauer, und so ist auch mein Geburtstagsgeschenk zu verstehen.

[Übergabe der weißen Eule aus Holz an Prof.Bauer.]

Danke.