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Europäische Union


Rahmenprogramme

Die wichtigsten Instrumente der Forschungsförderung in der EU sind die mehrjährigen Rahmenprogramme für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration. Sie sollen vor allem die wissenschaftlichen und technischen Grundlagen der europäischen Industrie sowie ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken, wobei gemeinschaftliche politische Interessen berücksichtigt werden. In erster Linie wird die anwendungsorientierte naturwissenschaftlich-technische Forschung gefördert. Das 7. Rahmenprogramm für die Jahre 2007–2013 ist in vier spezifische Programme gegliedert: Zusammenarbeit (Cooperation), Ideen (Ideas), Menschen (People), Kapazitäten (Capacities). Es sieht erstmals die Förderung exzellenter Grundlagenforschung auf allen Gebieten von Wissenschaft und Technik vor.

In Österreich ist für Information und Beratung zum 7. Rahmenprogramm die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) offiziell zuständig. Weitere wichtige Informationsquellen sind CORDIS (Informationsdienst der EU für Forschung und Entwicklung) und die Europäische Kommission.

Das spezifische Programm »Zusammenarbeit« unterstützt Gemeinschaftsprojekte mehrerer Länder zu zehn übergeordneten Themen. Der kleinste Anteil des dafür vorgesehenen Budgets entfällt auf das Thema 8, Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften (Socio-economic sciences and humanities). Hier geht es auch um kulturelle und bildungsbezogene Herausforderungen in einer erweiterten EU. Unter der Überschrift »The citizen in the European Union« werden Medien, kulturelle Vielfalt und kulturelles Erbe angesprochen. Projektvorschläge können nur im Anschluss an Ausschreibungen eingereicht werden. Hier bzw. in den zugehörigen Arbeitsprogrammen sind die Inhalte genau umrissen. Ausschreibungen veröffentlichen beispielsweise die FFG und CORDIS.

Das Programm »Ideen« dient der Grundlagenforschung ohne inhaltliche Einschränkung. Forschende können von sich aus Projekte vorschlagen. Maßgeblich für die Förderung ist allein die wissenschaftliche Exzellenz auf europäischem Spitzenniveau, die in Grenzbereiche vordringen soll (»frontier research«). Der für die Umsetzung des Programms zuständige European Research Council (ERC, Europäischer Forschungsrat) äußert: “The scientists are encouraged to go beyond established frontiers of knowledge and the boundaries of disciplines.” Länderübergreifende Zusammenarbeit wird nicht verlangt. Informationen hierzu hält auch der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) bereit.

Das Programm »Menschen« fördert die Mobilität von Forschenden und die Entwicklung ihrer Karriere ohne Altersbeschränkung oder Vorgabe von Forschungsthemen. Ziel des Programms ist es, die Qualifikation der in Forschung und Entwicklung Tätigen und ihre Anzahl zu erhöhen. Europäische Forscher/‑innen sollen ermuntert werden, in Europa zu bleiben und die Attraktivität Europas für Spitzenkräfte aus anderen Erdteilen zu steigern.

Das Programm »Kapazitäten« soll die europäischen Forschungs- und Innovationskapazitäten verbessern und ihre optimale Nutzung sichern. Die Förderung kommt dem Aufbau neuer und der verbesserten Nutzung bestehender Forschungsinfrastrukturen zugute.


Programm für lebenslanges Lernen

Das Programm für lebenslanges Lernen fördert die allgemeine und berufliche Bildung. Informationen bieten in erster Linie die auch für Beratung zuständige Nationalagentur Österreich und die Europäische Kommission. Das Programm besteht im Wesentlichen aus vier Einzelprogrammen: Schulbildung (Comenius), Hochschulbildung (Erasmus), berufliche Aus- und Weiterbildung (Leonardo da Vinci) und Erwachsenenbildung (Grundtvig). Darüber hinaus gibt es Querschnittsaktivitäten und ein auf die europäische Integration ausgerichtetes Programm. Die inhaltlichen Prioritäten der Programme und die Antragsfristen werden für jedes Jahr neu festgelegt.

Das Programm Comenius ist ausgerichtet auf die Lehr- und Lernbedürfnisse aller Beteiligten in der Vorschul- und Schulbildung sowie auf Einrichtungen und Organisationen, die entsprechende Bildungsgänge anbieten.

Das Programm Erasmus ist ausgerichtet auf die Lehr- und Lernbedürfnisse aller Beteiligten in der formalen Hochschulbildung (und der beruflichen Bildung der Tertiärstufe) sowie auf Einrichtungen und Organisationen, die entsprechende Bildungsgänge anbieten oder fördern. Unterstützt wird beispielsweise die Mobilität von Studierenden und Lehrenden.

Das Programm Grundtvig ist ausgerichtet auf die Lehr- und Lernbedürfnisse aller Beteiligten in der Erwachsenenbildung sowie auf Einrichtungen und Organisationen, die entsprechende Bildungsgänge anbieten oder fördern.

[an error occurred while processing this directive] 25.08.2009 [an error occurred while processing this directive]