Freilassing: Vier Bläser treffen drei Sängerinnen
Drei Damen von "Ganes" verzauberten mit seelenvollen, eingängigen Ethnoklängen und betörendem dreistimmigem Harmoniegesang. Organisiert hatte das Konzert der Kulturverein im Rahmen der Kleinkunstplattform "Ramasuri".
Als Vorgruppe standen sechs junge Blechbläser aus Steinbrünning auf dem Programm. Gemeinsam ließen Seppi Flatscher, Mathias Auer, Christina Kreuzeder sowie Maxi, Tobias und Florian Hauser böhmisch-mährische Volksmusik erklingen. Die jungen Musiker nennen sich "Kellerblech", weil sie im Keller proben.
Zwei der jungen Bläser sind Schüler von Stefan Konzett, der wiederum der treibende Kopf hinter "Trombonica", der Hauptgruppe des Abends, ist: Das Salzburger Posaunenquartett wurde 2003 von Studenten des Mozarteums gegründet. Freilassings Kulturreferent Bernhard Schmähl freute sich, diesen "erstklassigen Kunstgenuss" im Rathaussaal präsentieren zu können; zumal die vier Posaunisten mit den drei Damen von "Ganes" noch eine zauberhafte Verstärkung dabei hatten.
Als Rhythmusgeber fungierte Andreas Grabner. Sein treibendes Schlagzeug und jazzige Posaunenklänge läuteten mit der "Steirischen Rock Ballade" von Christoph Wundrak spielfreudig den Abend ein. Elegant-swingend kam der Jazz-Standard "Bei mir bist du schön" daher, den die drei Damen von "Ganes" gemeinsam mit Trombonica wohlklingend-betörend präsentierten Die drei Südtirolerinnen waren bereits mit Hubert von Goisern auf Tour. Nun haben die Schwestern Marlene und Elisabeth Schuen und ihre Cousine Maria Moling eine eigene Band, "Ganes", gegründet. Gerade erst kam ihre erste CD, "rai de sorëdl" ("Sonnenstrahl") mit poppig-alpenländischer Weltmusik heraus.
Die drei Musikerinnen, die in dem Bergdorf La Val in Südtirol aufgewachsen sind, singen in ihrer Muttersprache ladinisch. So haben ihre Texte etwas Weiches und Romantisch-Mystisches an sich, auch wenn sie so alltägliche Dinge, wie den morgendlichen Kampf ums Aufstehen behandeln.
Das Jazz-Rock-Stück "da sóra" (alleine) plätschert harmonisch vor sich hin, und bei der Liebesballade "en pü`d`amur" geben sie sich ganz innig-sanft. Ihren Gesang begleiten die drei Damen selbst, mit Gitarre, Geige und Percussion.
In die Welt der Gefühle abtauchen konnte das Publikum nicht nur bei den seelenvollen, eingängigen Melodien von "Ganes", sondern auch, als die Saallichter heruntergedreht wurden, und Elisabeth Schuen, begleitet von den Posaunisten, "La vie en rose" von Edith Piaf darbot, oder als Marlene Schuen sich von romantisch-eleganten Bläserklängen durch "Send in the Clowns" tragen ließ.
Schön-schräg kamen die ganz eigenen Interpretationen von "Trombonica" von Stücken aus der Carmen-Suite daher. Die vier Bläser legten ein beeindruckendes Tempo vor und überzeugten durch ihr versiertes, prägnantes Zusammenspiel. Auch den Jazz-Klassiker "Blue Monk" hatte das Ensemble beschwingt neu arrangiert.
Zum Abschluss gaben die acht Musiker gemeinsam noch einmal alles und boten orchestrale Interpretationen zeitgenössischer Hits wie "Eleanor Rigby" von den Beatles oder "Beat it" von Michael Jackson. Das Publikum war begeistert und verlangte vehement nach Zugaben.
So gaben die drei Sängerinnen noch das soulige "You make me feel like a natural woman", getragen auf einem weichen Posaunenteppich, zum Besten, ließen ein ladinisches Volkslied erklingen, und verabschiedeten sich mit dem Lied, mit dem sie begonnen hatten: "Bei mir bist du schön".